LaWa*
LaWa und WBV 2020

Nach der Wahl des Wasser- und Bodenverbandes Geltinger und Stenderuper Au

Vom Ausgang der Ausschusswahl des WBV hatte ich für uns ein besseres Ergebnis erwartet. Keiner unserer Kandidaten hat sich im Vorwahlkampf geschont, jeder lieferte seinen möglichen Einsatz. Aber im Nachhinein tröstet mich, dass wir bei allen Wahlgängen eine weitgehend konstante Zahl von um die 100 Stimmen bei 284 Anwesenden auf uns vereinigen konnten und zweitens, dass wir vor großem Publikum noch einmal unsere Idee der Umleitung offensiv vortragen konnten. Erkennbar war aber auch, dass der Großteil der WBV Anhänger gar nicht hinhören wollte, weil sie entweder von den Risiken der Polderlösung nichts verstanden oder sich nicht davon für betroffen hielten. Jetzt muss jedem Geltinger Bürger und jedem „Vorteilnehmer“ klar sein, dass 8 von 11 Ausschussmitgliedern, die außerhalb Geltings leben, über Geltings Zukunft und über die finanzielle Belastung der „Vorteilnehmer“ bestimmen, ohne auch nur das geringste Risiko selbst eingehen zu müssen. Unverständlich für mich auch ist auch, weshalb sich Geltings Bürgermeister und 2 Geltinger Gemeindevertreter vorbehaltlos auf die Seite der Polderanhänger schlagen, ohne sich ernsthaft mit der Alternative Umleitung zu beschäftigen. Klar ist aber auch, dass der oder diejenigen, die jetzt den Polder bauen lassen wollen, für das Misslingen des Projekts verantwortlich sind, wenn mehr Regen fällt, als der Polder aufnehmen kann und wieder Süderholm, Stenderup, Teile des Norderholms unter Wasser gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Natur auf kurzsichtigen Entscheidungen der für den Baubeschluss Verantwortlichen Rücksicht nehmen wird. Ich möchte gerne den Verantwortlichen sehen, der dann um Entschuldigung für seine Fehlentscheidung bittet. Verkriechen werden sie sich und die Geschädigten alleine lassen.

(Klaus Bösselmann)

Folgende Personen haben am 10.01. ebenfalls für den WBV kandidiert. Ihre Statements lauten wie folgt:

Clemens v. Kaehne

  • Die gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen haben sich seit dem Hochwasserereignis 2011 erheblich geändert. Heute gibt es nachweislich mehrere volle Fördertöpfe beim Land, dem Bund und der EU, aus denen die Umgehungsvariante und großartige Naturschutzmaßnahmen zu 90 – 100 % förderfähig sind. Die Anträge dazu muss der WaBoV endlich stellen.

  • Der geplante Polder ist zu klein, weil er nur auf Starkregenereignisse bis maximal 80 mm Regen ausgelegt ist, zumal 2011 in Falshöft zur selben Zeit 120 mm Regen fielen.

  • Der Polder ist unsinnig, weil das eigentliche Hauptproblem bei der Überflutung 2011, nämlich die viel zu kleine Verrohrung durch Gelting im Zuge des Polderbaues nicht beseitigt wird und deswegen bei Starkregen Geltinger Häuser nach wie vor unter Wasser gehen. Bei der Umgehungslösung bleiben die Häuser trocken, weil das Wasser im Naturpolder Bromoy ausreichend gestaut und mittels großer Pumpen sofort in die Ostsee gepumpt werden kann. (Beweis: Ingenieurs-Berechnungen)

 

 

Matthias Brehmer

Einen Polder mitten im Dorf zu bauen und das Wasser dort zu stauen, wo es den größten Schaden anrichten kann, ist unsinnig.

Sage und schreibe 600 Einwendungen wurden von den Bürgern gegen diesen Wahnsinn eingereicht.

So viele Einwendungen in einem Planfeststellungsverfahren kriegt man in der Regel nur mit einem Flughafen oder einem längeren Autobahnabschnitt zusammen.

Hieran erkennt man, das die Bürger mitdenken und von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben. Die Bürger aus Gelting und Umgebung haben mit ihren Einwendungen deutlich gemacht, dass der Polder in keinem Fall so gebaut werden kann.

Es wäre für alle Betroffenen gut und ratsam, wenn der neu gewählte Ausschuss das laufende Planfeststellungsverfahren jetzt pausieren ließe.

Zunächst müssen alle tatsächlichen Fördermittel ausgelotet werden.

Alle Argumente für beide Lösungsvarianten müssen wir vollständig, sachlich und ehrlich gegeneinander abwägen.

Und dann müssen wir den besseren Hochwasserschutz und Naturschutz wählen.

Es gibt bereits eine Planung für eine naturnahe und wirtschaftliche Umgehungslösung. Sie ist von einem Ingenieurbüro ausgearbeitet worden.

Diese fertige Unterlage, die von Geltinger Bürgern in Auftrag gegeben und bezahlt wurde, könnte sofort als Grundlage für ein Planfeststellungsverfahren übernommen werden.

 

 

Cord Petersen

Seit Jahren wundere und ärgere ich mich über die Arbeit unseres Wasser- und Bodenverbandes. 5 Jahre war ich dort Ausschussmitglied, und war immer wieder fassungslos. Der geplante Polder wurde mit jeder Veränderung immer kleiner, Landflächen stehen nicht zur Verfügung, und trotzdem plant und zahlt man munter weiter.

Trotz vielfacher Bitte unsererseits, wurde nicht einmal ein schriftlicher Antrag für Fördermittel der EU-WRRL für eine naturnahe Umgehung gestellt.

Der Verband hat das Recht dazu, macht es aber leider nicht.

Ganz besonders ärgere ich mich aber auch über deren Ingenieurbüro.

Zahlen mussten korrigiert werden (wo die Umgehung mit fehlerhaften Zahlen unsinnig teuer geschätzt wurde). Die Planung musste  gerade erst vor ein paar Monaten korrigiert werden, weil unerlaubterweise eine Rohrleitung überbaut werden sollte.

So wird ein Polder nicht nur teurer, sondern auch kleiner.

Ich bin mir nicht sicher, ob das überhaupt erlaubt ist. Aber das wird noch geklärt.

Ich bin weiterhin zu 100% überzeugt, dass die naturnahe Umgehung die bessere Lösung für uns alle ist, und dass wir dafür größere Fördermittel erhalten könnten.

 

Hans-Heinrich Franke

Ich habe mich von Beginn an im Wasser- und Bodenverband dafür eingesetzt, dass eine neutrale (ohne Vorgaben) Hochwasserplanung durchgeführt werden muss, um für Gelting den besten Hochwasserschutz herauszufinden. Leider hatte ich damit keinen Erfolg! Außerdem war und ist mein Bestreben darauf hinzuwirken, dass die "Vorteilsnehmer" bei den Gesprächen und Planungen im Verband mit eingebunden werden. Natürlich ist der Wasser- und Bodenverband der Entscheidungsträger, trotzdem muss man aus meiner Sicht die Menschen, die mit ihren Grundstücken, mit Hab und Gut besonders betroffen sind, mit einbinden und ernst nehmen. Das sollte auch weiterhin mein Bestreben sein!